Komplett weißer Lichtraum: Boden, Wand, Stütze und Sockel in Reinweiß — Markierung als negative Hellgrau-Linie. Hohe Flächenreflexion mit Potenzial zur Reduktion der installierten Beleuchtungsleistung; konkrete Werte projektabhängig.
Hohe Flächenreflexion senkt den Bedarf an installierter Lichtleistung bei gleicher Bodenausleuchtung. Konkrete Einsparpotenziale ergeben sich aus der projektbezogenen Lichtberechnung; sie können OPEX und ESG-Kennzahlen positiv beeinflussen.
Norm-Bezug: DIN 67528, GEG 2024 (energetische Anforderungen)
Norm-Bezug ist Planungsbezug, keine abschließende Konformitätsprüfung.
Hoher Hellbezugswert in Kombination mit negativer Markierung (helle Linie auf hellem Boden) sorgt für gleichmäßige Raumausleuchtung. Mindest-Helligkeitskontrast nach DIN 67528 ist objektbezogen nachzuweisen.
| Bauteil | RAL-Code | Farbname | LRV |
|---|---|---|---|
| Fahrgasse | RAL 9016 | Verkehrsweiß | ≈ 89 |
| Stellplatz | RAL 9010 | Reinweiß | ≈ 84 |
| Wand | RAL 9010 | Reinweiß | ≈ 84 |
| Wandsockel | RAL 9010 | Reinweiß | ≈ 84 |
| Stütze | RAL 9010 | Reinweiß | ≈ 84 |
| Stützensockel | RAL 9010 | Reinweiß | ≈ 84 |
| Stellplatzlinie | RAL 7035 | Lichtgrau | ≈ 59 |
| Stellplatznummer | RAL 7016 | Anthrazitgrau | ≈ 6 |
LRV (Light Reflectance Value, 0–100) ist Richtwert für matte Standard-Anstriche; Glanzgrad, Schichtaufbau, Hersteller und Verschmutzung können zu Abweichungen führen.
Bei wachsenden Energiekosten und ESG-Berichtspflichten wird die installierte Beleuchtungsleistung zur betriebswirtschaftlich relevanten Größe. Dunkle Bodenfarben (z. B. Anthrazitgrau RAL 7016 mit einem Hellbezugswert von rund 6) absorbieren einen erheblichen Anteil des einfallenden Lichts und erfordern entsprechend mehr installierte Leistung als reflexionsstarke Konzepte. Über die Nutzungsdauer kann sich das zu einem relevanten Kostenfaktor summieren — die konkrete Größenordnung hängt von Geometrie, Leuchtmittel, Schaltkonzept und Betriebsdauer ab und ist nur über eine projektbezogene Lichtberechnung belastbar zu beziffern. Dieses Konzept ist konsequent auf Reflexion optimiert: Stellplatz in Reinweiß RAL 9010 und Fahrgasse in Verkehrsweiß RAL 9016 (minimaler Helligkeitsabsatz nur zur Lesbarkeit), Wand und Stütze in Reinweiß, Sockel ebenfalls weiß — die gesamte Garage wirkt wie eine homogene Lichtkammer. Markierung als „negative Linie" in Lichtgrau RAL 7035 (weiße Linien wären auf weißem Boden unsichtbar). Symbole und Nummern in Anthrazitgrau RAL 7016 für maximale Lesbarkeit. Idealer Einsatz in Wohnanlagen mit hohen ESG-Zielen, Krankenhäusern, Verwaltungsbauten — die tatsächliche Einsparung gegenüber einem dunklen Referenzkonzept ergibt sich aus der vergleichenden Lichtberechnung.
Belastbare Werte ergeben sich nur aus einer projektbezogenen Lichtberechnung, die die hellen Flächen mit ihren tatsächlichen Reflexionsgraden ansetzt. Reflexionsstarke Konzepte können — je nach Geometrie, Leuchtmittel und Schaltkonzept — die installierte Beleuchtungsleistung gegenüber dunklen Bodenbeschichtungen spürbar reduzieren; konkrete kWh- und Euro-Beträge sind aber objektabhängig und ohne Lichtberechnung nicht seriös zu beziffern.
Im Bestand subjektiv ja, im Neubau mit zeitgenössischer Architektursprache nein. Wer das vermeiden will, nimmt das „Angstfrei"-Konzept als Kompromiss — gleicher Reflexionsvorteil, mit Sicherheits-Pfad als Strukturelement.
Das ist der zentrale Schwachpunkt dieses Konzepts und muss vor der Entscheidung ehrlich bewertet werden. Reifenabrieb, Bremsstaub, Streusalz, Öl- und Wasserspuren zeichnen sich auf weißem Boden sofort sichtbar ab — der Eindruck einer „schmutzigen Garage" entsteht deutlich schneller als bei mittel- oder dunkelgrauen Konzepten. Ein dauerhaft sauberes Bild ist nur mit einem verbindlich vereinbarten Reinigungs- und Pflegekonzept (z. B. regelmäßige Maschinenreinigung, definierte Intervalle, geeignete Reinigungsmittel) erreichbar. Entscheider sollten realistisch prüfen, ob Betreiber, Hausverwaltung und Nutzergemeinschaft dieses Niveau dauerhaft tragen können — andernfalls ist ein weniger heller Bodenton die robustere Wahl. Die Auswahl des Beschichtungssystems (OS-Klasse) hängt davon nicht ab; sie richtet sich nach Untergrund, Beanspruchung und chemisch-mechanischen Anforderungen.
Die Auswahl des Beschichtungssystems erfolgt projektbezogen anhand von Untergrund, mechanischer und chemischer Beanspruchung, Rissbildung, Rutschhemmung sowie den Vorgaben des Herstellers — nicht anhand von Farbgebung oder gestalterischem Konzept. Welche OS-Klasse passt, ergibt sich aus der bauphysikalischen Situation und dem Nutzungsprofil. Vor Ausführung verbindliche Bemusterung am Bauteil und Freigabe durch Planer und Hersteller einholen.